Stickzubehör für Anfänger: Diese 12 Dinge brauchst du

Stickrahmen mit Leinenstoff, Sticktwist in mehreren Farben, Sticknadeln und kleine Stickschere auf einem Holztisch

Du willst mit dem Sticken anfangen, stehst im Bastelladen oder scrollst durch einen Onlineshop, und plötzlich wirkt alles wichtig.

Dabei kommst du mit erstaunlich wenig aus.

Diese Liste zeigt dir, welche zwölf Dinge du wirklich brauchst, worauf du bei jedem achtest und was du getrost erst mal liegen lässt.

Kurz gesagt

Für den Start brauchst du einen Stickrahmen mit 15 bis 20 cm Durchmesser, Sticknadeln mit spitzer Spitze und langem Öhr, Sticktwist aus Baumwolle und einen festen, nicht dehnbaren Stoff wie Baumwolle oder Leinen.

Dazu kommen eine kleine spitze Schere und ein Stift, mit dem du das Motiv aufzeichnest.

Die übrigen sechs Dinge machen die Arbeit angenehmer, sind am ersten Abend aber kein Muss.

Die Basis, ohne die es nicht geht

1. Stickrahmen

Der Rahmen hält den Stoff straff, damit deine Stiche gleichmäßig werden und sich nichts kräuselt.

Für den Anfang reicht ein einfacher Holzrahmen mit Schraube völlig.

Nimm 15 bis 20 cm Durchmesser: groß genug für die meisten kleinen Motive und klein genug, dass du ihn bequem in einer Hand hältst.

Achte darauf, dass die beiden Ringe sauber ineinanderpassen und das Holz keine rauen Stellen hat, an denen der Faden hängen bleibt.

Lenas Tipp: Wickle den inneren Ring mit schmalem Köperband aus Baumwolle ein.

Der Stoff hält dann deutlich besser und rutscht beim Sticken nicht ständig nach.

2. Sticknadeln

Für Sticktwist auf Baumwolle oder Leinen brauchst du Sticknadeln: spitz, mit einem länglichen Öhr, durch das mehrere Fäden passen.

Bei den Größen gilt, je höher die Zahl, desto dünner die Nadel.

Für zwei bis drei Fäden Sticktwist passen die Größen 7 bis 9, für sechs Fäden eher 3 bis 5.

Am einfachsten startest du mit einem gemischten Päckchen, dann merkst du schnell, welche Größe dir liegt.

Für Kreuzstich auf Aida nimmst du stattdessen eine Tapisserienadel mit stumpfer Spitze, die durch die Löcher gleitet, ohne die Stofffäden zu spalten.

NadeltypSpitze und ÖhrÜbliche GrößenWofür
Sticknadelspitz, langes Öhr1–10, zum Start 5–10Sticktwist auf Baumwolle, Leinen und Denim
Tapisserienadelstumpf, großes Öhr18–28Kreuzstich auf Aida, Stickerei auf Stramin
Chenillenadelspitz, großes Öhr18–24Wollgarn, Perlgarn, dickere Stoffe

3. Sticktwist

Sticktwist, auch Mouliné genannt, ist das Standardgarn fürs Sticken: mercerisierte Baumwolle mit leichtem Glanz, aus sechs dünnen Einzelfäden zusammengedreht.

Du ziehst so viele davon heraus, wie dein Stich braucht, meistens zwei oder drei.

Welcher Stich wie viel Fülle verträgt, siehst du im Überblick über die wichtigsten Stickstiche.

Eine Docke hat in der Regel 8 m, das reicht für ein kleines Motiv in einer Farbe locker.

Starte mit fünf bis zehn Farben, die du wirklich magst, statt mit einem Set aus hundert Tönen.

Billige Großsets fusseln oft, reißen schneller oder können beim Waschen ausbluten.

4. Stoff

Für die ersten Projekte nimmst du einen festen, glatt gewebten Stoff, der sich nicht dehnt: mittelschwere Baumwolle, Leinen oder ein Baumwoll-Leinen-Gemisch.

Helle Töne wie Natur oder Cremeweiß sind ideal, weil du die Vorzeichnung gut erkennst.

Lass T-Shirt-Jersey und sehr dünne Stoffe erst mal weg, beide verziehen sich im Rahmen.

Schneide den Stoff so zu, dass er rundum mindestens 5 cm über den Rahmen hinausragt, bei einem 15-cm-Rahmen also etwa 25 × 25 cm.

Wasch ihn vorher einmal, damit er später nicht einläuft.

5. Stickschere

Eine kleine Schere mit schmalen, spitzen Klingen von etwa 9 bis 10 cm Länge schneidet Fäden direkt an der Rückseite ab, ohne den Stoff zu erwischen.

Die klassische Storchenschere ist genau so eine.

Benutz sie nur für Garn, denn Papier macht die Klingen schnell stumpf.

6. Stift zum Vorzeichnen

Irgendwie muss das Motiv auf den Stoff.

Am einfachsten geht das mit einem wasserlöslichen Markierstift, dessen Linien verschwinden, sobald du sie mit kaltem Wasser auswäschst oder vorsichtig betupfst.

Bügle nie über die Vorzeichnung, denn Hitze kann die Farbe fixieren.

Luftlösliche Stifte verblassen von allein, je nach Stoff nach einigen Stunden bis wenigen Tagen.

Das ist praktisch, wenn du das Motiv am selben Abend stickst.

Ein weicher, heller Bleistift geht zur Not auch, lässt sich aber schlecht entfernen, also zeichne damit nur dünn und dort, wo die Stiche die Linie später verdecken.

Helfer, die dir viel Gefummel ersparen

7. Einfädler

Sechs Fäden Sticktwist durch ein Nadelöhr zu bekommen, kostet ohne Hilfe Nerven.

Ein einfacher Drahteinfädler löst das in Sekunden.

Ohne Werkzeug klappt es auch: Falte das Fadenende über die Nadel, zieh die Schlaufe straff und schieb diese flache Falte durchs Öhr.

8. Nadelmagnet oder Nadelkissen

Lass die Nadel nicht tagelang im Stoff stecken, sie kann Abdrücke und bei feuchter Luft sogar Rostflecken hinterlassen.

Ein kleiner Nadelmagnet neben dir oder am Rahmen hält sie griffbereit.

Ein Nadelkissen tut es genauso.

9. Garnkärtchen oder Spulen

Lose Fadenreste verknoten sich in der Schublade zu einem Knäuel, das du nie wieder entwirrst.

Wickle angefangene Docken auf kleine Kärtchen aus Pappe oder Kunststoff und notier dir die Farbnummer von der Banderole.

So kannst du genau diesen Ton später nachkaufen.

10. Bügeleisen

Ein Knick im Stoff bleibt auch im Rahmen sichtbar.

Bügle den Stoff deshalb glatt, bevor du ihn einspannst.

Die fertige Stickerei bügelst du von links auf einem weichen Handtuch, so werden die Stiche nicht platt gedrückt.

Wasch die Vorzeichnung aber vorher aus.

11. Gutes Licht

Gestickt wird oft abends.

Eine Lampe mit neutralweißem Licht zeigt dir die Farben so, wie sie bei Tageslicht aussehen, und schont die Augen.

Warmweißes Licht verfälscht vor allem Blau- und Grüntöne, und das merkst du dann erst am nächsten Morgen.

12. Stickvlies

Auf festem Baumwoll- oder Leinenstoff brauchst du am Anfang kein Vlies.

Sobald du dünnen oder dehnbaren Stoff bestickst, etwa ein Shirt, wird es wichtig: Das Vlies kommt hinter den Stoff, stabilisiert ihn und verhindert, dass sich die Stickerei verzieht.

Es gibt Abreißvlies, Schneidevlies und wasserlösliches Vlies.

Kauf es erst, wenn dein Projekt danach verlangt.

Was du am Anfang nicht brauchst

  • Fingerhut: Im Rahmen drückst du die Nadel selten mit Kraft durch den Stoff. Wenn dich die Fingerkuppe stört, kannst du später einen ausprobieren.
  • Rahmenständer: Angenehm bei großen Projekten, für kleine Motive im 15-cm-Rahmen aber überflüssig.
  • Seiden- oder Metallicgarn: Schön, aber eigenwillig. Lern erst mit Baumwolle, wie sich Fadenspannung und Fadenlänge anfühlen.
  • Teure Startersets: Viele enthalten Rahmen, Garn und einen bedruckten Stoff. Das ist bequem, aber prüf vorher, ob Rahmen und Stoff ordentlich sind, sonst kaufst du die Hälfte doppelt.

Welche Wahl für welche Situation

  • Du willst frei sticken, etwa Blumen oder Schrift: Holzrahmen mit 15 cm, Sticknadeln in den Größen 5 bis 10, Sticktwist und naturfarbene Baumwolle oder Leinen. Welche Stiche du damit zuerst üben solltest, steht bei den ersten Stichen für Anfänger.
  • Du willst Kreuzstich ausprobieren: Aida-Stoff mit 14 Kästchen pro Zoll, eine Tapisserienadel in Größe 24 und Sticktwist mit zwei Fäden.
  • Du willst ein Kleidungsstück besticken: Zusätzlich zur Grundausstattung brauchst du Stickvlies. Übe vorher auf einem Reststück aus ähnlichem Stoff.
  • Du willst mit Wolle oder Perlgarn sticken: Nimm eine Chenillenadel und einen gröberen Stoff wie Leinen oder Baumwoll-Canvas.
  • Du willst erst mal nur einen Abend testen: Such dir ein Motiv aus den kleinen Stickprojekten und besorg genau das, was dafür nötig ist.

Häufige Fragen

Kann ich auch ohne Stickrahmen sticken?

Bei festem Stoff und kleinen Motiven klappt das.

Ohne Rahmen gibt der Stoff beim Ziehen aber nach, und die Stiche werden schneller ungleichmäßig.

Für die ersten Projekte ist der Rahmen deshalb die sinnvollste Anschaffung.

Welche Rahmengröße ist für Anfänger am besten?

15 bis 20 cm Durchmesser.

Rahmen um 10 cm eignen sich für winzige Motive, größere werden schnell unhandlich und halten den Stoff in der Mitte weniger straff.

Kann ich eine normale Nähnadel nehmen?

Meistens nicht.

Das Öhr einer Nähnadel ist zu klein für mehrere Fäden Sticktwist, der Faden scheuert beim Durchziehen auf und wird dünn.

Eine Sticknadel hat ein längeres Öhr und gleitet leichter durch den Stoff.

Lohnt sich ein fertiges Starterset?

Für den ersten Versuch durchaus, weil Motiv, Garnfarben und Stoff schon zusammenpassen.

Achte darauf, dass ein Holzrahmen oder ein stabiler Kunststoffrahmen dabei ist und der Stoff nicht so dünn ist wie Futterstoff.

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